AnleitungStand 19. Oktober 2026

Gmail-MCP-Server: offiziell von Google, Open Source oder gehostet

Ja, es gibt einen offiziellen Gmail-MCP-Server: Google betreibt ihn unter https://gmailmcp.googleapis.com/mcp/v1, aber nur als Developer Preview mit Bewerbung, eigenem Google-Cloud-Projekt und OAuth-Client.[1][3] Er liest, sucht, legt Entwürfe an und setzt Labels; ein Sendewerkzeug enthält die veröffentlichte Toolliste nicht.[2] Wer einfach Gmail mit Claude nutzen will, hat mit dem eingebauten Connector deutlich weniger Einrichtung vor sich.[4]

Command Mail ist unser Produkt und taucht unten als vierter Weg auf. Diese Anleitung stützt sich auf die aktuellen Herstellerseiten und GitHub-Daten vom 2026-10-19; wir haben Googles Preview nicht selbst mit einem eigenen Projekt durchgespielt.

Stand: Faktenprüfung: Lesezeit etwa 6 Min.Als Markdown

Inhalt
  1. Welche Gmail-MCP-Wege gibt es?
  2. Was Googles offizieller Gmail-MCP-Server kann
  3. Voraussetzungen
  4. Einrichtung des Google-Servers in Claude
  5. Hat es geklappt?
  6. Fehlerbilder beim offiziellen Server
  7. Wann ein anderer Weg besser passt
  8. Gmail über Command Mail anbinden
  9. Nächste Schritte
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

01Welche Gmail-MCP-Wege gibt es?

Unter „Gmail-MCP-Server“ landen vier sehr verschiedene Dinge: Googles eigener Remote-Server, die eingebauten Connectoren der KI-Apps, Open-Source-Server zum Selbstbetrieb und gehostete Dienste mit eigenem Postfach. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wer den OAuth-Client verwaltet, ob gesendet werden kann und wie viel Einrichtung nötig ist.[1][4][5][6]

WegWer betreibt ihnSendenEinrichtungStand
Google Gmail MCPGoogleKein Sendewerkzeug, nur EntwürfePreview-Bewerbung, Cloud-Projekt, OAuth-ClientDeveloper Preview
Claude-Gmail-ConnectorAnthropicJa, standardmäßig mit Rückfrage vor jedem Versand; in Team/Enterprise können Owner das für Mitglieder lockernIm Claude-Menü verbinden; bei Team/Enterprise erst durch Owner freischaltenAllgemein verfügbar laut Anthropic
google_workspace_mcpOpen Source (MIT), selbst betriebenJe nach Tool-Stufe; Read-only-Modus möglichEigener OAuth-Client, uvx workspace-mcpAktiv gepflegt
GongRzhe/Gmail-MCP-ServerOpen Source (MIT)Laut README ja (send_email), auch LöschenLokal per npx, eigener OAuth-ClientArchiviert, letzter Push 2025-08-06
Command MailFYN Labs (gehostet)Ab Pro: freigegebene Entwürfe oder eigens aktivierter autonomer Versand mit LimitsGmail-Weiterleitung, OAuth am MCPAllgemein verfügbar

Quellen: Google[1][2], Anthropic[4], GitHub[5][6] und Command Mail.[8] GitHub-Sterne und Push-Daten sind Momentaufnahmen vom 2026-10-19 und sagen nichts über Nutzerzahlen oder Sicherheit.

02Was Googles offizieller Gmail-MCP-Server kann

Googles Server bietet zehn Werkzeuge: search_threads, get_thread, get_message, list_labels, list_drafts, create_draft, label_thread, unlabel_thread, label_message und unlabel_message.[2] Die Einrichtungsseite nennt außerdem create_label in der Navigation; maßgeblich ist, was dein Client nach dem Verbinden über tools/list tatsächlich anzeigt.[1][2]

Das Beispiel von Google zeigt die Arbeitsteilung: Der Agent legt per create_draft einen Entwurf an, den du in Gmail prüfst und selbst sendest.[1] Ein Löschwerkzeug steht ebenfalls nicht in der Liste. Angefragt werden die Scopes gmail.readonly und gmail.compose; ein Scope allein beweist aber kein Werkzeug, das ihn ausschöpft.

Zugriffsrechte erbt der Server vom angemeldeten Nutzer, ebenso die Datenkontrollen seines Kontos. Google weist ausdrücklich auf indirekte Prompt Injection hin: Wer ein Sprachmodell mit fremden E-Mails füttert, muss Eingaben und Antworten prüfen, etwa mit Model Armor oder einer eigenen, dokumentierten Lösung.[1]

03Voraussetzungen

Du brauchst eine installierte, aktuelle und mit gcloud init initialisierte gcloud CLI, ein Google-Cloud-Projekt und einen MCP-Client.[1] Voraussetzung ist außerdem die Mitgliedschaft im Google Workspace Developer Preview Program. Du bewirbst dich mit deinem Workspace-Konto und deinem Cloud-Projekt; Google nennt dafür einige Tage Bearbeitungszeit.[3] Features in der Preview bleiben laut Google meist drei bis sechs Monate dort.

Wichtig für Produkte: Nach den Programmbedingungen dürfen Preview-Funktionen vor der allgemeinen Verfügbarkeit nicht in öffentliche Anwendungen eingebaut werden.[3] Für ein internes Experiment passt der Server, als Grundlage für ein Angebot an Kunden derzeit nicht.

04Einrichtung des Google-Servers in Claude

Die folgenden Schritte geben Googles Anleitung für Claude.ai und Claude Desktop wieder.[1] Google nennt dafür die Claude-Tarife Pro, Max, Team und Enterprise.

  1. Mitgliedschaft im Developer Preview Program bestätigen lassen und ein Google-Cloud-Projekt bereithalten.[3]
  2. Gmail API und Gmail MCP API aktivieren:[1] gcloud services enable gmail.googleapis.com --project=PROJECT_ID gcloud services enable gmailmcp.googleapis.com --project=PROJECT_ID
  3. In der Cloud Console unter Google Auth Platform → Branding den Zustimmungsbildschirm anlegen, Zielgruppe Internal (sonst External mit dir als Testnutzer).
  4. Unter Data Access → Add or Remove Scopes die Scopes https://www.googleapis.com/auth/gmail.readonly und https://www.googleapis.com/auth/gmail.compose hinzufügen und speichern.
  5. Unter Google Auth Platform → Clients → Create Client eine Webanwendung anlegen, als Weiterleitungs-URI https://claude.ai/api/mcp/auth_callback eintragen und Use this client for an AI-powered agent wählen. Client-ID und Secret kopieren.
  6. In Claude Settings → Connectors → Add custom connector öffnen, Name „Gmail“, URL https://gmailmcp.googleapis.com/mcp/v1, unter Advanced settings Client-ID und Secret eintragen, Add.

Für andere Clients gibt Google dieselben Angaben vor: Server-URL, Transport Streamable HTTP, OAuth 2.0 mit einem Client, der als KI-Agent markiert ist. Für Antigravity steht eine eigene Konfiguration in ~/.gemini/config/mcp_config.json bereit.[1]

05Hat es geklappt?

Teste zuerst eine reine Leseanfrage mit bekanntem Ergebnis, zum Beispiel: „Was stand in der letzten Mail von Ariel zum Marketingplan?“ Der Client sollte dafür search_threads und get_thread aufrufen.[1] Vergleiche Absender, Datum und Inhalt mit dem Original in Gmail.

Danach kannst du einen Entwurf anlegen lassen und ihn im Gmail-Ordner Entwürfe prüfen. Wenn der Entwurf dort steht und nichts gesendet wurde, arbeitet der Server so, wie Google ihn beschreibt.

06Fehlerbilder beim offiziellen Server

Anfragen werden abgelehnt. Prüfe, ob beim OAuth-Client Use this client for an AI-powered agent gesetzt ist. Lässt sich das bei einem bestehenden Client nicht ändern, legt Google einen neuen Client nahe, getrennt von Funktionen ohne Agentenbezug.[1]

Du musst dich etwa stündlich neu anmelden. Dann erhält dein Client kein Refresh-Token. Google stellt es nur aus, wenn die Autorisierungsanfrage access_type=offline enthält; der OIDC-Scope offline_access genügt nicht. Für ein neues Token bei bestehender Zustimmung zusätzlich prompt=consent setzen.[1]

Der Server taucht nicht auf oder meldet fehlende Berechtigung. Prüfe, ob das Projekt im Preview-Programm registriert ist und beide APIs aktiviert sind. Dein Admin kann außerdem die OAuth-Protokolle im Sicherheitsprüftool einsehen.[1][3]

07Wann ein anderer Weg besser passt

Eingebauter Claude-Connector: Wenn du Gmail einfach in Claude nutzen willst, ist das nach unserer Einschätzung der Weg mit der wenigsten Einrichtung. Anthropic gibt ihn für alle Nutzer frei; in Team und Enterprise muss ein Owner die Connectoren zuerst für die Organisation aktivieren. Er sucht, liest, entwirft und kann senden, antworten und weiterleiten, standardmäßig mit Rückfrage vor jeder dieser Aktionen; in Team und Enterprise entscheiden Owner, ob Mitglieder darauf verzichten dürfen. Anhänge sieht er nur als Metadaten.[4] Für ChatGPT gibt es eine eigene Gmail-App, beschrieben in Gmail mit ChatGPT verbinden.

google_workspace_mcp: Wenn du selbst hosten willst, mehr als Gmail brauchst und auf die Preview verzichten möchtest. Das Projekt ist MIT-lizenziert, deckt zwölf Workspace-Dienste ab und bietet Tool-Stufen (--tool-tier core), einen Read-only-Modus und Begrenzung auf einzelne Dienste (--tools gmail).[5] Den OAuth-Client richtest du selbst ein; die Verantwortung für Hosting und Updates liegt bei dir.

GongRzhe/Gmail-MCP-Server: Das Projekt kann laut README senden, löschen und Filter anlegen. Das Repository ist aber archiviert, der letzte Push war am 2025-08-06.[6] Bestehende Installationen laufen womöglich weiter, bekommen aber keine Fehlerbehebungen mehr. Für neue Einrichtungen würden wir ihn nicht wählen.

gws: Liegt in der GitHub-Organisation googleworkspace, ist laut README aber kein offiziell unterstütztes Google-Produkt und kein MCP-Server. Es ist eine Kommandozeile für Workspace-APIs mit Befehlen wie gws gmail +send, die Coding-Agenten direkt aufrufen können.[7]

08Gmail über Command Mail anbinden

Command Mail ist ein gehostetes Postfach mit MCP-Server unter https://commandmail.app/mcp. Die Anmeldung läuft über OAuth 2.1 mit PKCE und dynamischer Client-Registrierung; ein eigenes Google-Cloud-Projekt brauchst du dafür nicht.[8] In Claude Code genügt claude mcp add --transport http commandmail https://commandmail.app/mcp.

Gmail kommt per Weiterleitung hinein: Command Mail bekommt Kopien neuer Mails, keinen Zugriff auf dein Gmail-Konto. Änderungen in Command Mail gehen nicht zurück nach Gmail, ältere Mails holst du bei Bedarf per Import nach. Senden kann Command Mail nur von einer dort eigens sendefähigen Adresse, nicht als deine Gmail-Adresse.[8]

Der Nutzen liegt woanders als beim Google-Server: Adressen verschiedener Anbieter in einem Postfach, Rechte, die du beim Verbinden einzeln abwählen kannst, und Autonomiestufen je Postfach. Gesendet wird auf zwei Wegen: Mit mail:send-approved sendet ein Agent genau die Entwurfsfassung, die ein Mensch freigegeben hat. Mit mail:send sendet er ohne Einzelfreigabe, aber nur aus Postfächern auf der Stufe auto, mit Tageslimit und höchstens 20 Empfängern je Mail; dieses Recht ist beim Verbinden ausgeschaltet. Free liest, sortiert und entwirft ohne Senden; Pro mit Senden kostet 19 € im Monat für die ersten 100 zahlenden Konten, danach 29 €.[8]

Für wen Command Mail nicht passt: Wer Labels, Archiv und Gelesen-Status direkt im Gmail-Konto ändern lassen will, ist mit Googles Server oder dem Claude-Connector besser bedient. Details zu den Rechten stehen unter Berechtigungen und Autonomie, weitere Server im Vergleich der E-Mail-MCP-Server.

09Nächste Schritte

Entscheide zuerst, ob dein Agent im Original-Postfach arbeiten soll oder in einer Kopie. Im Original reichen für die meisten der eingebaute Connector oder, mit Preview-Zugang, Googles Server. Brauchst du mehrere Adressen und feinere Rechte, lies mehrere E-Mail-Konten mit einem KI-Agenten.

Command Mail kostenlos starten und deinen Agenten verbinden, wenn es passt.

Häufige Fragen

Gibt es einen offiziellen Gmail-MCP-Server von Google?

Ja. Google betreibt unter https://gmailmcp.googleapis.com/mcp/v1 einen Remote-MCP-Server für Gmail. Er ist Teil des Google Workspace Developer Preview Program: Du musst dich dafür bewerben und ein eigenes Google-Cloud-Projekt mit OAuth-Client einrichten.

Kann der offizielle Gmail-MCP-Server E-Mails senden?

Nach Googles veröffentlichter Toolliste nicht. Er sucht und liest Threads, listet Labels und Entwürfe, legt Entwürfe an und setzt oder entfernt Labels. Gesendet wird der Entwurf von dir in Gmail.

Ist der Gmail-MCP-Server von GongRzhe noch nutzbar?

Das Repository ist auf GitHub archiviert, der letzte Push war am 2025-08-06. Es bekommt keine Fehlerbehebungen mehr. Für eine neue Einrichtung nimm ein gepflegtes Projekt oder einen der offiziellen Wege.

Ist gws von googleworkspace ein offizieller Gmail-MCP-Server?

Nein. gws ist eine Kommandozeile für Google-Workspace-APIs, die Agenten aufrufen können. Das README sagt ausdrücklich, dass es kein offiziell unterstütztes Google-Produkt ist, und es ist kein MCP-Server.

Brauche ich für Claude überhaupt einen Gmail-MCP-Server?

Meist nicht. Claude hat einen eingebauten Gmail-Connector, der laut Anthropic allen Nutzern zur Verfügung steht und auch senden kann, standardmäßig mit Rückfrage vor jedem Versand; in Team und Enterprise entscheiden Owner, ob Mitglieder das ohne Rückfrage erlauben dürfen. Googles eigenen Server bindest du in Claude nur als benutzerdefinierten Connector ein, und dafür nennt Google die Tarife Pro, Max, Team und Enterprise.

Quellen

  1. Google: Configure the Gmail MCP server developers.google.com, abgerufen am
  2. Google: MCP Reference gmailmcp.googleapis.com developers.google.com, abgerufen am
  3. Google: Google Workspace Developer Preview Program developers.google.com, abgerufen am
  4. Anthropic: Use Google Workspace connectors support.claude.com, abgerufen am
  5. GitHub: taylorwilsdon/google_workspace_mcp (README und API-Stand) github.com, abgerufen am
  6. GitHub: GongRzhe/Gmail-MCP-Server (README und API-Stand, archiviert) github.com, abgerufen am
  7. GitHub: googleworkspace/cli (gws) github.com, abgerufen am
  8. Command Mail: llms.txt mit Tarifen, Scopes und Verbindungswegen commandmail.app, abgerufen am
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